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KZ-Gedenkstätte Dachau – der Ort einer Schreckenstat

Am 19.01.2026 besuchte die Jahrgangsstufe 9 des Schickhardt-Gymnasiums Herrenberg die KZ-Gedenkstätte Dachau. Das KZ Dachau war eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland und diente als Vorbild für die später errichteten Konzentrationslager. Von 1933 bis 1945 waren insgesamt mindestens 200.000 Personen inhaftiert, davon starben mindestens 40.000. 

Nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen waren, wurden wir nach kurzer Wartezeit von unserem Guide in Empfang genommen. Mit ihm zusammen gingen wir zuerst zur SS-Hauptwache, von der nur noch die Grundmauern übrig sind. Hier kamen die meisten der Häftlinge nach ihrem Marsch vom Dachauer Bahnhof an. Uns wurde auch erklärt, dass wir nur einen kleinen Teil des damaligen Lagers anschauen würden, da der ehemalige Industriebereich heute für andere Zwecke, nämlich für den Bereitschaftsdienst der bayerischen Polizei, genutzt wird. 

Von dort aus gingen wir durch das Tor des Wachhauses mit der geschmiedeten Inschrift “Arbeit macht Frei“ auf den großen Appellplatz des Lagers. Unser Guide berichtete uns über die verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen, wie den Elektrozaun oder die Wachtürme, die rund um das Lager angeordnet waren. Es galt Schießbefehl, wenn sich jemand dem Zaun näherte. Manche Häftlinge rannten dennoch aus Verzweiflung in den Elektrozaun, um ihrem Leben ein schnelles Ende zu setzen und somit den Torturen, die im Lager an der Tagesordnung waren, zu entgehen. Auch wurde uns in diesem Zusammenhang von dem Häftling Edgar Kupfer-Koberwitz erzählt, der im Geheimen in seinem Tagebuch über die Gräueltaten schrieb, die er in Dachau erleben musste. Wir lasen einen kurzen Ausschnitt, in dem er über die “Lüge im Tor” berichtete und erklärte, was für ihn die besagte Inschrift bedeutete. Seine Erkenntnis war: “Der Tod macht frei!“, also sollte am Tor stehen: “Tod löst die Tyrannei“.

Als nächstes gingen wir am Wirtschaftshaus vorbei zum Lagergefängnis, das auch “Bunker“ genannt wird. Hier kamen besonders schwer belastete Häftlinge unter, wie zum Beispiel Georg Elser, welcher 1939 einen Anschlag auf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller verübte. Im Bunker wurden die Häftlinge auf verschiedene Art und Weise gefoltert, durch beispielsweise Steh-Haft, Dunkelhaft oder Prügel der SS-Wachen.

Im rechten Flügel des Wirtschaftshauses befand sich der Schubraum, in dem sich die Neuankömmlinge einer menschenverachtenden Aufnahmeprozedur unterziehen mussten. Nach der Angabe ihrer Personalien, mussten sie all ihre persönlichen Gegenstände und Kleider abgeben, die akribisch protokolliert wurden. Anschließend mussten sie duschen und die gestreifte Häftlingskleidung anziehen. Im Laufe der Zeit wurde der Duschraum auch für Prügelstrafen genutzt.

Wir gingen erneut über den Appellplatz, auf dem die morgendlichen Durchzählungen in der prallen Sonne, bei strömendem Regen oder auch eisiger Kälte stattfanden und viele der Häftlinge zusammenbrachen, zu den zwei nachgebauten Baracken, in denen die Häftlinge hausen mussten. Auch hier war wieder einmal die Brutalität gut zu erkennen: Die Häftlinge aßen und schliefen auf engstem Raum. Die Betten stapelten sich nebeneinander in die Höhe und auf Bildern war zu erkennen, dass sogar mehrere Häftlinge in einem Bett schliefen. Zudem war von Überlebenden zu lesen, die berichteten, dass man eine Stunde mit den Händen hinter dem Rücken aufgehängt wurde, wenn auch nur ein kleiner Fleck auf dem Teller zurückblieb. 

Die Lagerstraße, die wir zuletzt entlangliefen, ist gesäumt von den Grundrissen der ehemaligen Baracken. Am Ende der Straße befinden sich verschiedene Bauten, die im Gedenken an die Opfer errichtet wurden: eine katholische und eine evangelische Kirche sowie eine jüdische Kapelle. Etwas versteckter befindet sich auch ein russisch-orthodoxer Erinnerungsort.

Der letzte Teil unserer Führung war für viele Häftlinge der letzte Abschnitt ihres Lebens: das Krematorium. Dieses wurde 1942 gebaut, um die immer zahlreicheren Toten aus dem Lager zu verbrennen. Neben dem Krematorium mit vier Verbrennungsöfen wurde auch eine Gaskammer gebaut, die aber nie in Betrieb ging. Es war ein richtig bedrückendes Gefühl, durch die Gaskammer zu laufen, auch wenn dort nie massenweise Menschen getötet wurden. Nach der Führung konnten wir uns noch ca. eine Stunde frei auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte bewegen und uns das Museum ansehen oder im Kiosk stärken.

Viele von uns waren von dem Anblick der Überreste dieses Gräuels schockiert und wir konnten das Erlebte gut mit dem im Unterricht Gelernten verbinden. Am Ende des Besuches wurde deutlich, dass die KZ-Gedenkstätte in Dachau mehr als ein Denkmal ist, nämlich die Mahnung, dass sich so etwas nie wieder wiederholen darf.

Aaron und Valentin, 9c