Allgemein

„Das falsche Leben“- Lesung mit Maja Nielsen

Lesung mit Zeitzeugengespräch am 27.03.2026 – Maja Nielsen liest aus ihrem neuen Jugendroman Das falsche Leben. Sie wird begleitet von Thomas Raufeisen, der Hauptfigur des Romans, mit dem sie über seine Erlebnisse immer wieder ins Gespräch kommt.

Mit ihrem neuen für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026 nominierten Jugendroman Das falsche Leben führte Maja Nielsen die Klassen 10 zurück in die Zeit des geteilten Deutschlands, des Kalten Krieges. Sie erzählte die eindrückliche Geschichte von Thomas Raufeisen, dessen Vater sich 1979 gezwungen sah, die ganze Familie in die DDR „überzusiedeln“, sich und die Familie „in Sicherheit zu bringen“, bevor Thomas Raufeisen nach drei Jahren Untersuchungshaft in Hohenschönhausen bzw. Haft in Bautzen II 1984 in die Bundesrepublik zurückkehrte.

Die Textpassagen aus dem Roman, die Maja Nielsen las, und die Gesprächsabschnitte mit Thomas Raufeisen enthüllen die Geschichte, die hinter diesen fünf Jahren in der DDR steckt.

An die Lesung schloss sich die Möglichkeit zu Fragen der Schülerinnen und Schülern an, die ohne zu zögern und ausführlich ergriffen wurde. Die Fragen zeigten, dass die Begegnung mit Thomas Raufeisen und seiner Geschichte sichtbares Interesse und auch Betroffenheit auslöste. Es schlossen sich u.a. Fragen zum Verhältnis zum Vater an, zu dessen Spionagetätigkeiten und wie diese so viele Jahre unentdeckt bleiben konnten. Auch der Unterschied der Schule in der DDR zum Gymnasium in Hannover interessierte die Gruppe brennend.

Die Authentizität des Zeitzeugen Thoms Raufeisen machte für die Schülerinnen und Schüler die bundesdeutsche Geschichte greifbar und persönlich und regte zum Nachdenken über totalitäre Regime und deren Auswirkung auf das Leben von (jungen) Menschen an. Wenn der Gong nicht gewesen wäre, hätte es noch unzählige weitere Fragen an die beiden Gäste gegeben.

Die Kombination aus Lesung und Zeitzeugengespräch ist ein wertvolles Format und wir hoffen, Maja Nielsen und „ihre Zeugen“ auch im nächsten Jahr als Vorbereitung auf die Studienfahrt nach Berlin in der J1 begrüßen zu können.

Einen ganz herzlichen Dank gilt den „Freunden des SGH“, die den Schülerinnen und Schülern diese beeindruckende Veranstaltung ermöglichten.

K. Scherer